Anmelden
Für die Praxis › Kita digital
Veröffentlicht am 11.10.2017  Geschrieben von Thomas Beck

Sicher surfen

Kinder und Jugendliche möchten das Internet möglichst sicher und ohne erhobenen Zeigefinger kennenlernen. Um sie vor ungeeigneten Inhalten im Netz zu schützen, bedarf es neben der intensiven Begleitung durch Eltern und Fachkräfte auch passender kindgerechter Angebote und unterstützender Sicherheitsprogramme. Wir haben für Sie einige Tipps für die ersten Schritte im Netz zusammengefasst.

Erste Schritte im Netz

Kinder im Vorschulalter sind schon neugierig auf die Netzwelt, mit der Begleitung durch Eltern oder Erzieher und dem richtigen Angebot spricht nichts gegen eine gemeinsame Entdeckungsreise. Eine gute Möglichkeit für die Jüngsten das Netz zu entdecken, bieten kindgerechte Seiten, die intuitiv aufgebaut und werbefrei sind und mit denen Kinder spielend lernen können. Wichtig ist, dass Eltern sich Zeit nehmen, um die Angebote gemeinsam mit ihrem Kind zu nutzen.

Das selbstständige Surfen setzt eine entwickelte Schreib- und Lesekompetenz sowie die Beachtung einiger Sicherheitsregeln voraus. Dazu gehört, mit dem Kind über problematische Inhalte auf Webseiten zu reden und gemeinsame Vereinbarungen zu treffen. Diese können auch schriftlich festgehalten werden und etwa die Surfdauer am Tag oder pro Woche, feste Zeitfenster sowie Inhalte umfassen, die das Kind nutzen darf. Generell ist ratsam, ein Auge darauf zu haben, was das Kind sich anschaut, verbreitet oder herunterlädt. Hierfür empfiehlt es sich, dass Kinder bis zwölf Jahren im Familienzimmer surfen.

Sicherheit im Netz

Technische Hilfsmittel können eine aufmerksame Begleitung durch Fachkräfte und Eltern unterstützen.


Geräte direkt sichern

Ob stationär oder mobil, bei jedem Mediengerät, ob Computer, Tablet, Smartphone oder Konsole, kann man Jugendschutzfunktionen einrichten. Die meisten Betriebssysteme bieten die Möglichkeit, in einem geschützten Bereich Angebote nach Altersangaben und gewisse Funktionen wie die Installation von Programmen einzuschränken. Dies sollte bei Kindern bis zwölf Jahren generell Aufgabe der Eltern sein. Die Zeitlimitierung ist zu Hause nur zu nutzen, wenn andere Lebensbereiche stark vernachlässigt werden.


Technischen Schutz anpassen

Kinder brauchen je nach Alter und Reife unterschiedliche Bewegungsräume im Netz. Für jüngere Kinder sind geschützte Surfräume, für ältere Kinder ab etwa zwölf Jahren eher Jugendschutzprogramme sinnvoll. Eltern und Fachkräfte sind gut beraten, die Einstellungen regelmäßig zu überprüfen und den Zugang mit einem sicheren Passwort zu sperren. Geschützte Surfräume wie der „KinderServer" erleichtern einen kindgerechten Start ins Netz. Dieser umfasst die geprüften Seiten der Kindersuchmaschinen „fragFINN" und „Blinde Kuh" sowie alle Webseiten mit einer Anbieterkennzeichnung bis 12 Jahren. Als Programme geeignet sind von der Kommission für Jugendmedienschutz empfohlene Angebote wie „Jusprog" oder das Programm der Deutschen Telekom. Dabei werden ungeeignete Websites auf Basis bestimmter Schlagworte gefiltert. Weitere Informationen erhalten Eltern in den Sicherheitseinstellungen für Browser und Computer.


Auch mobil sicher surfen

Wichtig ist auch, den Schutz für mobile Geräte wie Smartphones oder Tablets zu aktivieren. Das Angebot reicht von Programmen, die den Zugriff auf eine vorgegebene Auswahl an Apps beschränken, speziellen Kinder-Browsern, die das Surfen auf vorab geprüfte Websites beschränken bis hin zu Jugendschutz-Apps. Die App „Meine-Startseite" ermöglicht einen geschützten Surfraum, der auf dem KinderServer aufbaut und die Whitelist der Kindersuchmaschine „fragFINN", die geprüften Links der Kindersuchmaschine „Blinde Kuh" sowie alle Webseiten mit einer Anbieterkennzeichnung bis 12 Jahren beinhaltet. Auch die „Vodafone Child Protect App" filtert unerwünschte Inhalte über die Negativliste der Software „JusProg".


Daten und Urheberrechte schützen

Zum sicheren Surfen gehört auch der sorgsame Umgang mit persönlichen Daten. Fachkräfte und Eltern können das Kind für Datenspuren, sichere Passwörter und Urheberrechte im Internet beispielsweise bei Musik oder Filmen sensibilisieren und auf Datenfallen aufmerksam machen.


Verstöße melden

Eltern und Fachkräfte können das Kind dafür sensibilisieren, sich mitzuteilen, wenn es auf unpassende Inhalte trifft. Diese sind per Screenshot zu sichern sowie dem Betreiber oder Stellen wie „I-Kiz", „jugendschutz.net" oder „Internetbeschwerdestelle" zu melden.
 

Checkliste für Kinderseiten im Netz

Zugang

1. Eine gute Kinderseite ist frei zugänglich und setzt keine Anmeldung oder Mitgliedschaft voraus.


Struktur/Gestaltung

2. Eine gute Kinderseite ist freundlich und übersichtlich gestaltet. Sie verfügt über eine verständliche, lebendige und bildhafte Sprache und lässt sich leicht navigieren.


Inhalte

3. Eine gute Kinderseite macht Spaß und neugierig. Die Inhalte vermitteln spielerisch Wissen und fördern die Medienkompetenz. Dazu zählen das Navigieren und das Erkennen von Chancen und Risiken beim Surfen, E-Mail schreiben und Chatten.


Datenschutz

4. Eine gute Kinderseite fragt keine persönlichen Daten ab. Darüber hinaus warnt sie die Kinder davor, dies leichtfertig zu tun. Im Ausnahmefall erklärt die Seite, warum eine Abfrage notwendig ist.


Werbung

5. Eine gute Kinderseite enthält weder Pop-up-Anzeigen noch eine andere Art der Werbung.

Ist doch Werbung auf der Seite geschaltet, ist sie klar vom redaktionellen Inhalt getrennt, enthält keine Inhalte, die die Entwicklung eines Kindes beeinträchtigen könnte, keine direkte Kaufaufforderung und lenkt nicht vom redaktionellen Inhalt der Seite ab. Die Kinder werden ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es sich um eine Anzeige handelt.

6. Eine gute Kinderseite enthält keinen Shop. Ist doch ein Shop vorhanden, gelten folgende Mindestanforderungen: Der Shop ist klar vom redaktionellen Teil getrennt. Beim Klick auf den „Shop" öffnet sich eine Zwischenseite, die darauf hinweist, dass Kinder den Shop-Bereich betreten und nur über ein Taschengeldkonto einkaufen können, das Eltern oder andere Erwachsene für sie eingerichtet haben.
 

Jugendschutz

7. Eine gute Kinderseite hält die Bestimmungen des Jugendschutzes ein. Dies erklärt sie mit einem Hinweis. Außerdem informiert sie Eltern über den Jugendmedienschutz und über das Thema Gefahren und Chancen im Internet oder sie verlinkt zu Seiten mit entsprechenden Inhalten.

8. Eine gute Kinderseite weist bei Verlinkungen auf das Verlassen der eigenen Seite hin. Dies geschieht zum Beispiel auf einer Zwischenseite. Außerdem kontrolliert sie Verlinkungen regelmäßig auf Erreichbarkeit und Inhalt. Die verlinkten Seiten entsprechen ebenfalls den hier aufgeführten Kriterien.


Moderation/Urheber

9. Eine gute Kinderseite antwortet Kindern zeitnah auf Fragen.

10. Eine gute Kinderseite nennt Herausgeber und alle Quellen. Es existieren ein Impressum mit den üblichen Angaben und die Möglichkeit zur Kontaktaufnahme. Außerdem informiert die Seite über ihre Ziele.




Diese und viele weitere Tipps rund um das Thema Medienerziehung gibt es auf: schau-hin.info




Foto: Yuri Arcurs / shutterstock.com



Teilen auf
Teilen auf Facebook
0
0
Mehr zum Thema
Auch für Kinder werden vermehrt Inhalte für Tablet-PC und Smartphones angeboten. Doch ist der Nachwuchs überhaupt schon reif dafür? Und wie erkennt man kindgerechte Inhalte? Was Eltern und Erzieher über mobile Medien wissen sollten.