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Veröffentlicht am 16.03.2018  Geschrieben von Redaktion

Kita-Qualität: Da tut sich was

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend will die Qualität der Kindertagesbetreuung in Deutschland verbessern. Unter anderem mit einem Qualitätsentwicklungsgesetz und Programmen für frühe Bildung.
Alle Kinder haben ein Recht auf frühe Förderung und gute Bildung – von Anfang an. Eine qualitativ hochwertige und bedarfsgerechte Kindertagesbetreuung trägt dazu bei. Sie verbessert Bildungschancen, Teilhabe und Integration, unterstützt Eltern in ihrem Erziehungsauftrag, ermöglicht die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und wirkt so gegen Familienarmut. Fol­gerichtig ist sie ein gemeinsames Ziel von Bund, Ländern und Kommunen.

Hin zu mehr Chancengerechtigkeit
Seit dem 1. August 2013 hat jedes Kind ab dem vollendeten ersten Lebensjahr einen Rechtsanspruch auf Förderung in einer Kita oder in der Kindertagespflege. Die Einführung des Rechtsanspruchs war ein erster wichtiger Schritt auf dem Weg zu mehr Bildungs- und Chancengerechtigkeit für alle Kinder in unserem Land.
Da es weiterer Anstrengungen für mehr Qualität in der Kindertagesbetreuung bedarf, haben das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und die Länder 2014 einen Qualitätsentwicklungsprozess gestartet. 2016 wurde der Zwischenbericht von Bund und Ländern „Frühe Bildung weiterentwickeln und finanziell sichern“ vorgestellt. Er benennt erstmalig gemeinsame Handlungsziele zur Qualitätsentwicklung in der Kindertagesbetreuung. Außerdem enthält er Kostenschätzungen und zeigt Finanzierungsgrundlagen und Finanzierungswege auf. Erarbeitet wurde der Bericht gemeinsam von Bund, Ländern und kommunalen Spitzenverbänden. Verbände und Organisationen sowie Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis waren ebenfalls eingebunden – ein Novum.

Investitionen für bessere Qualität
Im Mai 2017 wurde ein wichtiger Meilenstein im Qualitätsentwicklungsprozess erreicht: Die Jugend- und Familienministerkonferenz (JFMK) hat mit großer Mehrheit Eckpunkte für ein Qualitätsentwicklungsgesetz beschlossen. Die Eckpunkte basieren auf dem Zwischenbericht von 2016. Ein weiterer Meilenstein war der Start des Deutschen Kita-Preises im Mai 2017. Er würdigt das große Engagement von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Kindertageseinrichtungen sowie in lokalen Bündnissen der frühen Bildung. Diese Menschen setzen sich tagtäglich für gute Qualität in der Kindertagesbetreuung ein. Mehr frühe Bildung und bessere Betreuungsqualität sind auch zentrale Anliegen des BMFSFJ. So wurde 2017 das Sondervermögen „Kinderbetreuungsausbau“ von 2017 bis 2020 um 1,126 Milliarden Euro aufgestockt, um bis zu 100 000 Betreuungsplätze zu schaffen und Ausstattungsinvestitionen zu fördern, die der gesundheitlichen Versorgung, den Maßnahmen der Inklusion und der Ein­richtung von Ganztagsplätzen dienen.

Der Deutsche Kita-Preis macht die vielfältigen Bemühungen zur Weiterentwicklung der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung deutlich. Indem er gute Qualitätsprozesse in ganz Deutschland würdigt und zeigt: Es gibt großes und vorbildliches Engagement für gute frühe Bildung, Betreuung und Erziehung in unserem Land.
 
 

Aktuelle Bundesprogramme für frühe Bildung

  • „Sprach-Kitas“
    fördert alltagsintegrierte sprachliche Bildung in Kitas.
  • „KitaPlus“
    unterstützt passgenaue, am Bedarf der Familien orien­tierte Betreuungsangebote.
  • „Kindertagespflege“
    will die Qualitätsweiterentwicklung in der Kindertagespflege vorantreiben.
  • „Kita-Einstieg“
    fördert Angebote, die den Einstieg in das System der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung vorbereiten, begleiten und Zugangshürden abbauen.

Mehr auf: www.fruehe-chancen.de


Foto: Rawpixel.com/Shutterstock

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