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Veröffentlicht am 14.02.2018  Geschrieben von Redaktion

So geht eine gute Kita

Über 1400 Kitas und Bündnisse für frühe Bildung haben sich beim Deutschen Kita-Preis beworben. Nun entscheidet sich, wer aufs Treppchen darf.
„Wir wollen En­gagement für frühe Bildung würdigen und besonders gelungene Praxis bekannt machen“, sagt Andreas Knoke, Leiter Programme bei der Deutschen Kinder- und Ju­gendstiftung (DKJS). Deshalb hat die Stiftung zusammen mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend den Deutschen Kita-Preis ins Leben ge­rufen. In diesem Jahr werden sie den Preis gemeinsam mit der Heinz und Heide Dürr Stiftung, der Karg-Stif­tung, Porsche und dem Didacta Verband vergeben. Und dass es in Deutschland viele Einrichtungen gibt, die sich besonders engagie­ren und hervorragende Bildungs­arbeit leisten, beweisen die rund 1400 Bewerbungen. Nun werden die besten Zehn ausgezeichnet.

Große Vielfalt der Einsendungen
„Die Sichtung der eingereichten Bewerbungen war für alle Betei­ligten ein Abenteuer – eine Reise durch ein Deutschland, in dem sich viele Menschen mit ganzer Kraft dafür einsetzen, dass Kinder hier bestmöglich aufwachsen können“, sagt Knoke. Einreichungen gab es aus allen Bundesländern. Die meisten Bewerbungen kamen aus bevölkerungsreichen Regionen wie Nordrhein-Westfalen (244 Einreichungen), Bayern (165 Einrei­chungen) und Baden-Württemberg (144 Einreichungen). Die ganze Kita-Landschaft in Deutschland spiegelte sich wider. Bewerbungen gab es von kleinen Elterninitiativ- Kitas, Kitas der großen Träger­verbände und von privaten und öffentlichen Einrichtungen.

Vier Qualitätsbereiche
Der Deutsche Kita-Preis wird in zwei Kategorien vergeben: „Kita des Jahres“ und „Lokales Bündnis für frühe Bildung des Jahres“. Als Kriterien für den Auswahlprozess legte die DKJS zusammen mit dem Berliner Kita-Institut für Qualitätsentwicklung (BeKi) vier Dimensionen guter Qualität fest:

• Kindorientierung
• Sozialraumorientierung
• Partizipationsmöglichkeiten für Eltern, Kinder und Mitarbeiter
• Lern- und Entwicklungspotenzial

Im ersten Schritt haben die 20 Experten von DKJS und BeKi 15 lokale Initiativen und 30 Kitas ausgewählt, die in die nächste Runde kommen. „Unser Motto bei der Auswahl war: Vergleiche nie eine Kita mit einer anderen, sondern nur mit sich selbst“, sagt Dr. Christa Preissing, Direktorin des BeKi. Es gehe nicht darum, die beste Kita im Sinne einer fertigen Kita zu finden, sondern Einrichtungen auszuzeichnen, die an ihrer Qualität arbeiten und diese unter den jeweiligen Rahmenbedingungen erfolgreich weiterentwickeln, ergänzt Knoke.
Die ausgewählten Kitas wurden gebeten, weitere Unterlagen ein­zureichen, darunter eine Selbst­einschätzung des Teams und des Trägers sowie das Konzept der Einrichtung. Die Bündnisse wur­den telefonisch interviewt.

20 Einrichtungen im Finale
Dann wählten DKJS und BeKi im vergangenen Herbst die 20 Finalisten aus, die in den letzten Wochen Besuch bekamen: Je zwei Fachleute waren bei den Kitas und Initiativen vor Ort, um im Gespräch mit Fachkräften und Bündnismitgliedern einen Einblick zu bekommen, was die Einrichtun­gen besonders macht.

Wer nun von den jeweils zehn Fi­nalisten eine der fünf Trophäen pro Kategorie erhalten wird, entschei­det sich am 3. Mai. Dann findet in Berlin die Preisverleihung statt. Die zwei Erstplatzierten in den beiden Kategorien „Kita des Jahres“ und „Lokales Bündnis für frühe Bildung des Jahres“ bekommen ein Preis­geld von jeweils 25.000 Euro. Zudem gibt es pro Kategorie vier Zweitplatzierte, von denen jeder 10.000 Euro erhält. „Der Deutsche Kita-Preis ist längst überfällig, um öffentlich zu betonen, dass Kita und Schule als Erziehungs-, Bildungs-, und Betreuungsein­richtungen gleichwertig sind“, ist Preissing überzeugt. Denn den Deutschen Schulpreis gibt es schließlich schon seit zwölf Jahren.

Statements


 „Kleine Kinder können Großes! Gute Frühförde­rung findet heraus, welche Begabun­gen in Kindern stecken und bietet ihnen, was sie zu deren Entfaltung brauchen. Die Suche und Förderung von Begabungen, von Stärken und von Fähigkeiten verändert dabei die Kita-Praxis selbst – und das nützt allen Kindern. Deshalb engagiert sich die Karg-Stiftung für den Deutschen Kita-Preis.“
Dr. Ingmar Ahl, Vorstand der Karg-Stiftung
 
 „Gute Kitas eröffnen Bildungschancen. Sie haben starken Einfluss auf die Entwicklungs- und Bildungsbiografien der Kinder, sie fördern Teilhabe und Integration. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an sozialpädagogische Fachkräfte. Vorbildliche Kita-Praxis ver­dient eine besondere Würdigung. Dafür steht der Deutsche Kita-Preis.“
Prof. Dr. Wassilios E. Fthenakis, Präsident des Didacta Verbandes und Meine Kita Chefredakteur
 
 „Qualität hat viele Gesichter – das ist nicht ohne Grund das Motto des Deutschen Kita- Preises. Denn jeder, der sich in unserem Land für gute frühe Bildung, Betreuung und Erziehung engagiert, tut dies unter an­deren Rahmenbedingungen. Mit unserer Auszeichnung wollen wir auch diesen unterschiedlichen Kontexten Rechnung tragen.“
Dr. Heike Kahl, Geschäftsführerin der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung
 
 „Alle Kinder sollen – unabhängig von ihrer Herkunft – ihren Platz in der Gesell­schaft finden. Kindertagesstätten sind Bildungsstätten von Anfang an und An­laufstellen für Familien. Wir unterstützen den Deutschen Kita-Preis, um deutlich zu machen, welcher hohe Stellenwert der frühkindlichen Bildung in unserer Gesell­schaft zukommt.“
Heinz und Heide Dürr, Heinz und Heide Dürr Stiftung

„Kinder sollen in unserem Land gut aufwachsen können. Dazu gehören Kitas und die Kindertagespflege. Das Bundes­ministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gestaltet eine moderne Familienförderung und eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Die frühe Bildung, Betreuung und Erziehung von Kindern ist ein Arbeitsschwerpunkt des Ministeriums.“
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Foto: Fh Photo_shutterstock_288364628
 

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