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Veröffentlicht am 29.05.2017  Geschrieben von Redaktion

Geschmacksbildung: Auch Schmecken will gelernt sein

Kinder sind von Natur aus Feinschmecker – und wahnsinnig neugierig. Zwei Eigenschaften, die sich bestens für die Geschmacksbildung bei Kindern nutzen lassen. Sie hat das Ziel, die Aufmerksamkeit der Kinder auf ihren Geschmackssinn zu lenken. Dabei geht es nicht nur um das Kennenlernen und Erkennen von Geschmacksrichtungen wie süß, sauer oder bitter. Kinder müssen auch lernen über ihre Geschmackseindrücke zu sprechen. Haben sie dazu die richtigen Worte, können sie ihr Essverhalten selbstbestimmt und reflektiert gestalten.
Werden Kleinkinder gefragt, wie ihnen das Mittagessen geschmeckt hat, kommen oft schlichte Antworten wie „gut“ oder „nicht so gut“. Was es eigentlich zu essen gab, warum es geschmeckt hat oder nicht, erzählen die meisten nur zögerlich. Kein Wunder, denn es ist keineswegs angeboren, den Geschmack von Tomate, Möhre oder Kürbis zu erkennen. Durch wiederholtes Probieren von Lebensmitteln gelingen Kindern erste Geschmackszuordnungen. Dabei gut zu wissen: Kleinkinder mögen „getrennte Häufchen“ auf ihren Tellern. Dann können sie den Geschmack einzelner Lebensmittel bewusst wahrnehmen und leichter wiedererkennen. Durchmischte Speisen machen sie eher misstrauisch. Alltagstaugliche Sinnesschulungen, in denen Kinder Lebensmittel bewusst betrachten, riechen, tasten, hören und schmecken und das Gespräch bei Tisch fördern das Erleben von Genuss – und die Wertschätzung von frischen Lebensmitteln.

Verzehren Kinder beispielsweise tagtäglich einen bestimmten, handelsüblichen Erdbeerjoghurt, speichern sie diesen Einheitsgeschmack aus gesüßtem Erdbeeraroma als Erdbeere ab. Kommen sie erst später mit den frischen Früchten in Kontakt, empfinden sie deren Geschmack als fad. Wird ihnen hingegen früh eine breite Palette an frischen und unterschiedlich zubereiteten Lebensmitteln angeboten, speichern sie unterschiedliche Geschmacksausprägungen als „richtig“ und gut ab. Sie sind offener gegenüber neuen Geschmackserlebnissen und lernen so abwechslungsreiche Mahlzeiten mit immer neuen Lebensmitteln lieben. Das ist im Hinblick auf eine gesunde und ausgewogene Ernährungsweise wichtig. Denn früh gemachte Erfahrungen prägen uns ein Leben lang.

Foto: Alena Ozerova / shutterstock

Tolle Kochideen für die Kita zum Thema Ernährungsbildung gibt es bei der Sarah Wiener Stiftung.
 

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