Anmelden
Für KitaClubber › Mein Beruf
Veröffentlicht am 26.05.2017  Geschrieben von Redaktion

​Wie machen’s die anderen?

In vielen Ländern ist die Ausbildung zur pädagogischen Fachkraft Aufgabe der Universitäten. In dem Buch „­Frühpädagogische Ausbildungen international“ geben Autoren Beispiele von europäischen Nachbarn.
Finnland
Finnland sicherte sich bei Pisa Spitzenplätze. Das Land mit den hohen Investitionen in das Bildungssystem ist Vorzeigemodell für andere Länder. Besonderen Wert legen die Finnen auf die Frühpädagogik und die Ausbildung ihrer Fachkräfte. Kirsti Karila, Professorin an der Universität Tampere in Finnland, beschreibt in dem Buch, dass die Ausbildung der frühpädagogischen Fachkräfte an den Hochschulen stattfindet, die dort Erziehungswissenschaften studieren. „Die beruflichen Qualifikationen sind in Finnland, wo Pädagogen ein hohes Ansehen genießen, gesetzlich vorgeschrieben und unterscheiden sich je nach Bildungsbereich“, fasst sie die Situation zusammen. Viele Hochschulen konzentrieren sich in der Ausbildung auf Prozesse des Lernens und Lehrens, in denen sich die Studierenden Kompetenzen zur Entwicklung ihres ­pädagogischen Wissens aneignen sollen. 

Island
In Island ist die früh­pädagogische Fachkraft ein akademischer Beruf. Ab 1954 gab es eine Fachschule für Frühpädagogik, die Ausbildung dauerte zwei Jahre. Die Autorin Johanna Einarsdottir, Professorin an der Universität Island, beschreibt den Wandel: Mittlerweile müssen frühpädagogische Fachkräfte fünf Jahre für einen Masterabschluss studieren. Dies ist im Gesetz verankert, das zudem vorschreibt, dass zwei Drittel der Beschäftigten frühpädagogische Fachkräfte sein sollten. Aufgrund des starken Fachkräftemangels in den isländischen Kindertageseinrichtungen erreichen sie dieses Ziel momentan jedoch nicht.

Schottland
Schottland zählt zu den höchst ausgebildeten Ländern ­Europas – ein Prozent der weltweiten Forschungsarbeiten stammt von dort. Zum Vergleich: Die Forschungsleistung der kompletten EU beträgt 19 Prozent. In diesem Landesteil von Großbritannien hat die akademische Ausbildung einen hohen Stellenwert. In Schottland existiert ein einheitliches nationales Curriculum für die Arbeit mit Drei- bis Achtjährigen, zentrale Prüfungen und landesweit einheitliche professionelle Standards, fasst Aline-Wendy Dunlop, emeritierte Professorin, zusammen. Ein Großteil der Erzieherinnen und Erzieher, die in dem Leiterbereich arbeiten und keinen akademischen Abschluss haben, holt diesen bei einem berufsbegleitenden Teilzeitstudium nach. Ziel der schottischen Regierung ist, die Qualifikation der Leitungskräfte auf akademisches Niveau zu heben. Frühpädagogische Fachkräfte sollen mindestens über einen Bachelorabschluss oder einen ähnlich eingestuften Abschluss mit Spezialisierung im frühkindlichen Bereich verfügen.

Schweden
In Schweden hat sich in den vergangenen Jahrzehnten die Ausbildung der pädagogischen Fachkräfte gewandelt. Im 20. Jahrhundert bestand sie aus einem zweijährigen Kurs, der von Verbänden oder karitativen Institutionen getragen wurde. Laut Maelis Karlsson Lohmander, Dozentin an der Universität in Göteborg, wurde vor vierzig Jahren die Ausbildung in das schwedische Hochschulsystem eingegliedert. Heute studieren die Fachkräfte dreieinhalb Jahre und die Ausbildung steht unter Aufsicht der Staatlichen Agentur für Hochschulbildung. Frühpädagogische Fachkräfte, die ihren Abschluss gemacht haben, müssen ein Anerkennungsjahr leisten.

Foto: FuzzBones / shutterstock

Teilen auf
Teilen auf Facebook
0
0
Mehr zum Thema
Vor zehn Jahren wurden in Deutschland die Bildungspläne für Kindertageseinrichtungen verbindlich eingeführt. Was hat sich seitdem geändert? Hat sich die Qualität in den Kitas damit verbessert? Wie sehen die Fachkräfte die Einführung der Pläne? Und welche Konsequenzen brachten diese für den Erzieherberuf mit sich? Wir haben bei d...
Die Qualität der frühen Bildung entscheidet über den weiteren Bildungsweg. In den Jahren vor dem Schuleintritt werden die Grundlagen für späteres erfolgreiches Lernen gelegt. Ausschlaggebend sind eine enge familiäre Bindung und geeignete Bildungsangebote. Letztere kosten Geld, und deshalb ist es zwingend erforderlich, in die frühe ...