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Veröffentlicht am 15.02.2017  Geschrieben von Redaktion

Das überschaubare Durcheinander - Autor Ali Mitgutsch + Gewinnspiel - abgelaufen

Ali Mitgutsch wurde mit den ­Wimmelbildern weltbekannt. Zu Beginn brachte er damit viele ­Pädagogen gegen sich auf – nun sind seine Bilder nicht mehr aus den Kinderzimmern wegzudenken.
Es war ein altes rostiges Riesenrad, nicht besonders hoch, auf der Auer Dult in München. Ali Mitgutsch fuhr in einer kleinen Gondel nach dem Krieg hoch hinaus. Über die Trümmer und den Schutt. „Das kleine Riesenrad reichte aus, damit ich einen neuen Blick auf die Welt bekomme“, sagt Mitgutsch. Ihm gefiel vor allem die „demokratische Sicht“, wie er sie nennt, denn jede Figur ist gleich groß. So entstand die Idee des Wimmelbildes.  

Das erste bunte Wimmelbildbuch im deutschsprachigen Raum heißt „Rundherum in der Stadt“ und ist 1968 erschienen. Damals zielten die Bilderbücher für Kinder noch auf das Erlernen von tugendhaften Eigenschaften ab, anstatt auf das Erleben der eigenen Fantasie. „Die Kinder waren von meinen Büchern begeistert, die Pädagogen machten öffentlich Rabatz“, erinnert sich Mitgutsch. Damals war noch der Erzähltext das wichtigste, nicht die kunterbunten Bilder. Doch Mitgutsch hielt an seiner Idee fest. „Ich sah die Fantasie als Rettung“, sagt er. Ein Jahr später erhielt er für „Rundherum in der Stadt“ den Deutschen Jugendbuchpreis, Pädagogen waren plötzlich begeistert von den Büchern.

„Mir war klar, dass Kinder sehr wohl selektiv vorgehen können und sich aus seinen Bildern das heraussuchen, was sie im Moment am meisten fesselt.“ 1935 wurde Alfons Mitgutsch in München geboren. Damals riefen ihn die Nachbarsjungen „Ali“ – sein heutiger Spitzname. Fliegerbomben flogen über München, als die Familie in das Allgäu evakuiert wurde. Nach dem Krieg kehrten sie wieder nach München zurück. Und noch heute wohnt er in seiner Heimatstadt – in der Türkenstraße, mitten in Schwabing. Seine Erinnerungen an seine Kindheit hat er in dem Buch „Herzanzünder – Mein Leben als Kind“ festgehalten.

Wenn es draußen über 30 Grad hat, öffnet er wie die anderen Ateliers auch seines im vierten Stock in einem Altbau. „Manchmal stelle ich mir vor, es ist Hochsommer, jeder geht zum Baden. Und auf einmal kommen hunderte Menschen die hölzernen Treppen zu mir herauf“, erzählt Mitgutsch. Die weiteste Reise nahm einmal eine Familie aus Taiwan auf sich, um den Wimmelbildschöpfer in seinem Atelier zu besuchen. Mitgutsch, der sich selbst als zuversichtlich, gesellig, aufmerksam, politisch und kämpferisch beschreibt, freut sich darüber. Manche Besucher wollen ihn nur anschauen, andere haben Fragen auf dem Herzen und wieder andere verstummen schlichtweg vor dem Mann, der ihnen, als sie noch Kinder waren, die erste Sichtweise auf diese Welt bescherte. Mitgutsch erinnert sich an die letzte Atelieröffnung vor zwei Jahren: „Die Luft wurde immer stickiger und durch die Flure passte kein Mensch mehr. Vor der Wohnungstür bildete sich eine erste Schlange. Geduldig harrten die Besucher aus, bis es Platz zum Nachrücken gab.“ Als Mitgutsch begann, von der Entstehung der Wimmelbilder zu erzählen, drängten sich die Besucher um ihn.

Die Ideen für die Bilder können Ali Mitgutsch überall begegnen – in der Straßenbahn, beim Spazierengehen, beim Beobachten der Szenerie in der Türkenstraße von seiner Wohnung im vierten Stock aus. Die Voraussetzungen: Die Szenerie muss draußen spielen. Und obwohl er sehr gern reist – vor 60 Jahren verreiste er zum ersten Mal mit seinem Rucksack –, fehlen in den bunten Bildern Bauwerke, Motive aus dem Ausland. „Berühmte Schauplätze sollten meine Bilder nicht bestimmen. Mir kommt es darauf an, dass die Kinder in erster Linie die Geschichten in meinen Bildern aufdecken“, erzählt er. Die Handlungen der Figuren von Ali Mitgutsch sollten möglichst konkret sein, die Orte konnten dabei eher allgemein bleiben: ein Spielplatz, die Berge, die Stadt, ein Bauernhof, das Meer.
 
Ali Mitgutsch beginnt bei seinen Bildern mit ersten Skizzen, einer Art Partitur. Dabei agieren die Figuren schon, allerdings noch ohne Gesichter. Sobald er die Bleistiftskizze fertig hat, überträgt er alles auf ein großes Blatt Papier, um dann Farben hinzuzufügen und Formen auszuzeichnen. Jetzt erst, wenn die Dinge auch für den Außenstehenden sichtbar werden, fügt er den vielen Figuren ihren Gesichtsausdruck hinzu. Immer wieder setzt er an, bis endlich der Ausdruck stimmt, den er sich für die einzelne Person wünscht. So wie im Stummfilm agieren und reagieren jetzt alle Figuren auf seinem Wimmelbild mit großen deutlichen Gesten und eindrücklichen Gefühlen.

Zu Gewinnen:

Meine Kita und der Ravensburger Buchverlag verlosen fünf Bücherpakete mit „Rundherum in der Stadt“, „Hier in den Bergen“ und „Kommt mit ans Wasser“ von Ali Mitgutsch. Senden Sie einfach Ihre vollständigen Kontaktdaten (Name, Anschrift) per E-Mail mit dem Stichwort „Wimmelbild“ an: meine.kita@avr-verlag.de

Einsendeschluss ist der 10. März 2017*

Die Gewinner werden von uns benachrichtigt. Der Gewinn wird nicht bar ausgezahlt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Mitarbeiter der AVR und Gewinnservices sind von der Teilnahme ausgeschlossen. *Eingang der E-Mail

Foto: Anja Köhler

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