Anmelden
Für KitaClubber › Mein Beruf
Veröffentlicht am 08.05.2016  Geschrieben von Joachim Scharenberg

Stress lass nach!

Damit es gar nicht zum Burnout kommt, solltet ihr aktiv gegen den Stress vorgehen. Folgende drei Lösungsansätze können euch helfen.

Instrumentelle Stressbewältigung

Was empfinden wir als besonders belastend? Sind es die ungeeigneten Sitzmöbel in den Gruppenräumen, die unvorteilhafte Arbeitszeitregelung, häufige Krankheitsvertretungen oder stresst der hohe Lärmpegel und fehlende Rückzugsmöglichkeiten? Erzieherinnen und Erzieher sollten sich genau ansehen, was Stress verursacht. Nur so kann die belastende Situation verändert, der stressende Faktor reduziert oder ausgeschaltet werden. Und das geht am besten gemeinsam. Bei größeren Maßnahmen muss der Träger der Kita einbezogen werden.

Mentale Stressbewältigung

Ziel ist es, Gedanken- und Verhaltensmuster so zu verändern, dass sie weniger Stress erzeugen. Hierzu gehört es, Leistungsansprüche und Einstellungen zu überdenken. Der Perfektionist kann sich überlegen, welche Arbeiten keine absolute Genauigkeit erfordern. Der nach Anerkennung strebende Typ sollte auch einmal Nein sagen, wenn ihm neue Aufgaben gestellt werden. Manchmal hilft es schon, seine Sichtweise auf belastende Situationen zu verändern, persönlichen Ärger loszulassen und mehr innere Distanz zu wahren.
   

Regenerative Stressbewältigung

Wie wir uns ernähren, ob und wie viel wir uns bewegen und wie wir unser Leben gestalten, trägt entscheidend dazu bei, ob sich unser Körper erholen und seine Energiereserven wieder auffüllen kann. So kann man ihn dabei unterstützen:

Bewegung macht glücklich

Bei Stress ist die Muskulatur angespannt. Blutgefäße werden zusammengedrückt und beeinträchtigen Durchblutung, Sauerstoff- und Nährstoffversorgung. Schadstoffe werden schlechter abtransportiert und die Muskulatur übersäuert. Verspannungen, Schmerzen und Fehlhaltungen können die Folge sein. Gerade Mitarbeiter in Kitas sind durch häufiges Heben und Tragen davon betroffen. Auch das zu kleine Mobiliar verursacht einseitige und unnatürliche Körperhaltungen. Hier wäre Bewegung die richtige Antwort auf eine stressige Situation. Sport an der frischen Luft regt Herz, Kreislauf und Bewegungsapparat an, baut Stresshormone ab und versorgt das Gehirn mit Sauerstoff. Gleichzeitig wird die Lebensfreude geweckt, weil das Glückshormon Serotonin ausgeschüttet wird.
Besonders geeignet sind Sportarten wie Walken, Joggen, Schwimmen oder Radfahren. Ideal sind rund drei Stunden pro Woche, mindestens jedoch eine Stunde in der Woche. Wer dafür nicht die Zeit findet, kann sich mehr im Alltag bewegen und die Treppe statt des Aufzugs nehmen oder Fahrradfahren statt Auto. Und so oft wie möglich raus gehen, auch wenn das Wetter nicht optimal erscheint. Wie wäre es mit einem Abendspaziergang, wenn das Fernsehprogramm gerade nicht so interessant ist?

Gesund essen    

Unsere Vorfahren ernährten sich hauptsächlich von pflanzlichen Nahrungsmitteln. Dazu zählten neben Obst und Gemüse Beeren, Nüsse, Samen, Wurzeln und Getreide. Die Nahrung war damit wesentlich reicher an Vitaminen, Mineral- und Pflanzenstoffen als heute. In Kitas wird häufig auf Großküchen und Fertigprodukte mit einem hohen Anteil an Kohlenhydraten, tierischen Fetten, Salz, Zucker und Lebensmittelzusätzen zurückgegriffen. Diese Lebensmittel belasten den Körper zusätzlich. Hinzu kommt, dass sich bei länger anhaltendem Stress der Cortisolspiegel erhöht und dadurch das Bedürfnis der Nahrungsaufnahme gesteigert wird. Gleiches gilt für Genussmittel wie Alkohol, Tabak und Koffein.
Gerade in stressigen Situationen sollte man sich ausgewogen ernähren, eine natürliche, ballaststoffreiche, vollwertige und salzarme Ernährung bevorzugen und viel trinken. Hierdurch wird eine ausreichende Versorgung mit allen wichtigen Nährstoffen sichergestellt. Insbesondere die B-Vitamine sowie die Mineralstoffe Kalium und Magnesium helfen dabei, den Organismus zu unterstützen und somit widerstandsfähiger gegen Stress zu werden. Falls das in der Kita zubereitete oder angelieferte Essen nicht den Kriterien einer hochwertigen Ernährung entspricht, sollten Erzieherinnen und Erzieher auf andere Produkte zurückgreifen oder den Anbieter wechseln. Gleiches gilt für die gesunde Ernährung zu Hause.

 Natürlich heilen    

Auch wenn Heilkräuter nicht die Ursachen von Stress beseitigen, können sie die Auswirkungen mildern und dazu beitragen, wieder ruhiger und gelassener zu werden. Einige Pflanzen haben Inhaltsstoffe, die beruhigen und nicht abhängig machen. Hierzu gehören Melisse, Hopfen, Lavendel und Baldrian. Gegen Stimmungstiefs und leichte Depressionen hilft Johanniskraut. Bei Erschöpfung kann Ginseng hilfreich sein.

 Belebendes Nass    

Wasseranwendungen nach Kneipp regulieren die Körperfunktionen und tragen zu einer ausgeglichenen Psyche bei. Dies wirkt sich langfristig auch positiv bei Stressbelastungen aus. Durch regelmäßige Anwendungen mit kaltem oder wechselweise mit warmem und kaltem Wasser werden die Gefäße trainiert, sodass in Stresssituationen Blutdruckschwankungen besser ausgeglichen werden können. Ein Fußbad oder ein Knieguss können mit geringem Aufwand auch zu Hause durchgeführt werden. Bei Nervosität helfen kalte Waschungen. Wer häufig unter Spannungskopfschmerzen leidet, sollte es einmal mit Wassertreten oder einem kalten Armbad versuchen. Ein warmes Dreiviertelbad (Füllhöhe bis zur Brust) hat eine beruhigende, entspannende und schlaffördernde Wirkung. Außerdem ist es wohltuend bei Muskelverspannungen.

Lebensgestaltung    

Freiräume für Pausen, Entspannung und Erholung helfen dabei, seine innere Batterie wieder aufzuladen. Auch ausreichender Schlaf ist wichtig. Wie sieht es mit einem Entspannungsprogramm aus, das man in den Kita-Alltag integriert? Stress zu vermeiden, gelingt gerade Erzieherinnen oder Erziehern nicht immer, doch den Umgang damit kann man lernen. Auf welcher der drei Ebenen Sie ihre Belastungen zu verringern versuchen, sollte jeder seinem Gefühl überlassen. Um stressbedingte Symptome zu reduzieren oder gar nicht erst entstehen zu lassen, ist ein kleiner Anfang besser als jede Verdrängung. Dann geht auch die Freude am Beruf nicht verloren.

Foto: file404 / shutterstock

Teilen auf
Teilen auf Facebook
3
2